Die Kurzsichtigkeit oder Myopie.

Grauer Star

Wenn du Objekte in kurzen Entfernungen problemlos erkennen kannst, aber Straßenschilder oder weiter entfernte Gegenstände nur unscharf und verschwommen siehst, bist du wahrscheinlich kurzsichtig (Kurzsichtigkeit, Myopie).

Die Kurzsichtigkeit (Myopie) ist keine Krankheit

Kurzsichtigkeit heißt nicht, dass du „schlechte Augen“ hast. Es besagt einzig und alleine, dass die Brechkraft deines Auges zu hoch ist. Deshalb ist dein Auge im entspannten Zustand bereits auf eine nähere Entfernung als normal eingestellt. Dieses Zuviel an Brechkraft wird, wenn möglich, durch Minuslinsen (Brille oder Kontaktlinsen) kompensiert.

Meist ist bei Myopie das Auge ein wenig zu lang gebaut (Längenmyopie). Somit ist der Brechwert des Auges im Verhältnis zur Länge zu hoch und weit entfernte Gegenständer werden bereits vor der Netzhaut fokussiert. Es entsteht auf der Nethaut eine unscharfe Abbildung. Durch die Korrektur mit Minuslinsen wird der Fokus des Auges weiter nach hinten zur Netzhaut verlagert.

Der Sehfehler tritt bei vielen Menschen bereits im Schulalter auf.

Oft steigen die Werte der Myopie während der Wachstumsphase. Aber auch danach kann man bei vielen Betroffenen ein weiteres Ansteigen beobachten. Besonders Menschen mit anspruchsvollen Tätigkeiten im Nahbereich (Lesen, Bildschirmarbeit, technische Berufe) sind häufiger von Kurzsichtigkeit betroffen. Während der Jahre des schnellen Wachstums der Kurzsichtigkeit kann ein häufiger Wechsel der Brillengläser oder Kontaktlinsen notwendig sein, um immer bestmögliches Sehen zu erzielen.

Schon lange ist bekannt, dass die Art der Beleuchtung Einfluss auf Entstehung und Verkauf der Myopie hat. Insbesondere Leuchtstofflampen (Neonlicht), LED-Leuchten und konzentrierte Arbeit am Bildschirm oder Smartphone und Tablet können die Bildung der Myopie begünstigen.

Kurzsichtigkeit gleich Zivilisation-Erscheinung?

Kurzsichtigkeit ist in den modernen Industriegesellschaften immer mehr verbreitet. Besonders in den asiatischen Industriestaaten ist der Anteil Kurzsichtiger stark erhöht. Bei den Naturvölkern ist die Kurzsichtigkeit so gut wie unbekannt.

Eine Brille oder Kontaktlinsen sind die gängigsten Methoden, um eine Kurzsichtigkeit zu korrigieren. Alternativ kannst du den Sehfehler auch durch operative Eingriffe (z.B. mit Laser) ausgleichen lassen.

Im Allgemeinen haben kurzsichtige Menschen mit Brille oder Kontaktlinsen eine perfekte Sehqualität. Nur bei sehr hohen Werten müssen Betroffene mit Einschränkungen rechnen. Oft kommt es dann durch ein immer weiter fortschreitendes Längenwachstum des Augapfels zu Veränderungen an der Netzhaut. Irreparable Schäden können die Folge sein.

Wer kurzsichtig ist, hat gegenüber rechtsichtigen Menschen einen Vorteil: Da sich mit zunehmendem Alter die Elastizität der Augenlinse vermindert, benötigen Normalsichtige ab ca. 40 Jahren zusätzliche Korrekturen für die Nähe (Presbyopie). Diese Veränderung wird bei Kurzsichtigen manchmal durch den Sehfehler ausgeglichen, so dass Kurzsichtige im Alter eher seltener eine Lesebrille benötigen.

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