Vita

Strücklingen.

Struecklingen-Ortsdurchfahrt
Strücklingen zu meiner Kindheit.

Mitte der 1950er geboren, erlebte ich meine ersten Jahre in Strücklingen, einem kleinen Dorf an der Scheide zwischen Ostfriesland und Münsterland. Wem das nichts sagt: Norddeutschland. Dort, wo man die Nordsee beinahe erschnuppern kann.

Es war Nachkriegszeit. Das beschauliche Strücklingen war von den Kriegswirren weitgehend verschont geblieben. Und so nahm das Wirtschaftswunder seinen Lauf – wenn auch für Strücklingen in stark abgeschwächter Form.

Bei uns im Dorf lebte man abgeschieden. Der Ort inmitten von Mooren war lange Zeit sehr isoliert und bis ins 19. Jahrhundert hinein nur per Schiff über den Fluss Sagter Ems zu erreichen. Erst in den 1950er-Jahren erlebte die Region im Rahmen des Emslandprogramms die bisher größte Flurbereinigung des Bundesgebietes. So gab es für den so strukturschwachen Raum die überaus wichtige Neugründung von Gewerbebetrieben: Grundlage für Fortentwicklung der Region.

Clemens Wilken aus Strücklingen
Uhrmachermeister Clemens Wilken aus Strücklingen

Mein Vater, Clemens Wilken, war Uhrmacher und gründete fünf Jahre nach Kriegsende in Strücklingen ein kleines Geschäft für Uhren und Schmuck, in dem auch Brillen verkauft wurden. Für mich hatte meine Mutter bereits sehr früh die Richtung vorgegeben: Ich sollte in die elterliche Branche einsteigen. Womit auch der schulische Weg vorgegeben war. Die Realschule musste reichen.

Wirklich Aufregendes aus meiner Kindheit gibt es nicht zu berichten. Dagegen ereignete sich im Land viel Aufregendes: die 68er, der Nachkriegsmuff lüftete sich und die junge Republik kam in die Pubertät. All das schien um Strücklingen einen großen Bogen zu machen. Und so konnte ich es kaum erwarten, endlich heraus zu kommen aus der Enge des Dorfes und siedelte über in die nächst größere Stadt. Ich war fünfzehn, als ich nach Oldenburg ging. Endlich!

Oldenburg.

Oldenburg
Oldenburg. Am Alten Stadthafen.

Oldenburg. Ich liebe diese Stadt. Kennengelernt habe ich sie 1971. Damals eine verschlafene Bezirksverwaltungsstadt, hat sie sich dank mittlerweile 15K Studenten zur Stadt der Wissenschaft weiterentwickelt und ist heute DAS liebenswerte und quirlige Mittelzentrum zwischen Weser und Ems.

Als ich 1971 in die Lehre kam, trugen Optiker weiße Kittel und optische Gläser wurden noch via Handarbeit in die Brillenfassung eingepasst. Wie heißt es so schön: Mein Handwerk habe ich von der Pieke auf erlernt.

Oldenburg und einigen Oldenbürgern habe ich viel zu verdanken. Genant sei Friedrich Deminatus, der gestreng und kompetent mich durch die erste Epoche meiner Lehrzeit begleitete. Und besonders zu nennen ist Volker Fanselau. Er formte mich vom Optiker zum Augenoptiker. Ein feiner, aber wichtiger Unterschied!

Neben der Handarbeit als Optiker braucht unser Beruf Typen, die zuhören, Probleme isolieren und daraus Lösungen entwickeln: Zum Wohle der Menschen und zur Behebung ihrer visuellen Probleme.
Genau das machen Augenoptiker!

Bremen. Münster. Köln.

Augenoptiker Optiker Brille
Ausbildung zum Augenoptiker.

Über die 1970er-Jahre hatte ich immer ein warmes Nest in Oldenburg. Zwischendurch bin ich schon mal ausgebüchst:

  • Zu Ausbildungszwecken nach Bremen.
  • Zum Dienst an der Waffe in die Niederlanden.
  • Zum Einsatz als Sanitäter ins tiefe Ostfriesland.
  • Zur Weiterbildung zum Augenoptiker in die Fahrradstadt Münster.
  • Zur Ausbildung zum Kontaktlinsen- und Refraktionsspezialisten nach Köln.
  • Und quer durch die Republik zu etlichen Kongressen und Ausstellungen – immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen zum Thema Sehen, Brillen und Kontaktlinsen.

Zum Ende der 1970er war es dann so weit: Aus- und Weiterbildung waren geschafft und ich erreichte die Qualifikation, als Augenoptiker mich niederzulassen und zu arbeiten: selbständig und eigenverantwortlich.

Saterland.

Saterland-Geschaeftshaus-Wilken-Augenoptik-Uhren-Schmuck
Saterland. Geschäftshaus Wilken Augenoptik.

Eigentlich sollte es nur ein kurzes Gastspiel sein. Dann wurden es doch beinahe dreißig Jahre, in denen ich als niedergelassener Augenoptiker im Saterland gearbeitet habe.

Alles begann damit, dass mein Vater in seiner Firma Unterstützung brauchte. Ich war zur Stelle und eröffnete 1979 ein Augenoptiker-Geschäft in Kooperation mit dem Uhren und Schmuck-Laden meines Vaters. Ich war damals 23 – eigentlich viel zu jung! Trotzdem: Die Geschäfte liefen gut und die Unternehmung bekam eine gewisse Eigendynamik, wurde größer, mehr Mitarbeiter, mehr Umsätze.

Die 80er waren geprägt durch Heirat und die Geburt meiner beiden Kinder: Sebastian (1985) und Katharina (1988). Rechtzeitig zum Familienglück und mit einem weinenden Auge erfolgte der Wohnungswechsel von Oldenburg ins Saterland und wenig später der Bau eines passenden Nestes.

In der digitalen Welt.

Mein erster PC
8-Bit-Mikrocomputer Commodore CBM 8032 mit Doppellaufwerk und Drucker

Schon weit vor den 80ern klopfte die aufkommende Digitalisierung an meine Tür. Mein erster Rechner – der TI 59 – wurde MEINS 1977 – gleich nach der Markteinführung in Deutschland. Mit den verfügbaren 960 Programmschritten ließen sich für den augenoptischen Alltag sehr nützliche „Progrämmchen“ entwickeln.

Apple II und CP/M waren Ende der 70er – noch vor Microsoft – mit den ersten PCs am Markt. Als 1980 mit dem CBM 8032 ein brauchbarer 8-Bit-Rechner erschien, konnte ich es kaum erwarten. Ich investierte 10.000 D-Mark und war stolzer Besitzer eines 8032 mit Doppelfloppy und Matrixdrucker. Das war Anfang 1981 und wahrscheinlich war ich einer der Ersten in Deutschland, die so verrückt waren. Der Rechner hat gute Dienste geleistet, wurde dann aber von MS-DOS erschlagen.

Es ging rasant weiter: Mit BTX, Novel und relationaler Datenbank kam die Vernetzung. Mit der grafischen Oberfläche die Benutzerfreundlichkeit. Und das Internet lässt die Welt zusammenwachsen. Ein Ende? Nicht absehbar!

Ade Saterland.

 

 

Willedadessen.

Willebadessen Schloss Schweckhausen
Willebadessen. Schloss Schweckhausen.

2007 Umzug nach Willebadessen…

 

 

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Lichtenau.

Lichtenau Gemaelde von Carl Ferdinand Fabritius
Stadt Lichtenau. Von Carl Ferdinand Fabritius.

Umzug nach Lichtenau/Westfalen 2008…

Bolivien.

Bolivien Chacaltaya La Paz
Bolivien. Chacaltaya nahe La Paz.

Bolivien und Südamerika. Steckenpferd und Passion. Und erfolgreich dazu.

Als Thomas nach dem Studium seine Leidenschaft zur Geschäftsidee entwickelte, war ich mit dabei. Bergsteigen und Trekking in Bolivien war Anfang der 2000er in Euro-Raum noch eher exotisch. Auch durch Thomas hat sich das geändert.

Die Homepage von SuedamerikaTours.de
Die Homepage von SuedamerikaTours.de

Inzwischen zieht sich ein Netzwerk durch Südamerika: Von Mexiko bis Patagonien arbeiten einheimische Guides, Bergsteiger, Köche und Fahrer für Thomas. Sie bringen die vorwiegend europäischen Gästen in vielfältige Landschaften und auf die schönsten Berge. So habe auch ich Südamerika und besonders Bolivien lieben und schätzen gelernt. Ende offen.